Chaetomium
ist eine weltweit verbreitete Gattung von Schimmelpilzen aus der Abteilung der Schlauchpilze (Ascomycota). Sie umfasst je nach taxonomischer Einordnung zwischen 80 und über 240 Arten. In Innenräumen gilt die Gattung als typischer Indikator für massive Feuchtigkeits- oder Wasserschäden, da sie für ihr Wachstum eine sehr hohe Wasseraktivität benötigt.
Wachstum: Die Kolonien wachsen sehr schnell und erscheinen anfangs oft weiß und wollig.
Erscheinungsbild: Mit zunehmendem Alter färben sich die Pilze olivgrün, dunkelbraun bis schwarz, weshalb sie zu den „Schwärzepilzen“ gezählt werden.
Fruchtkörper (Perithecien): Sie bilden winzige, stecknadelkopfgroße Fruchtkörper aus, die charakteristische borstige oder gewundene „Haare“ (Setae) besitzen.
Sporen: Die Ascosporen sind im Vergleich zu anderen Schimmelpilzen wie Aspergillus relativ groß (ca. 12 µm), zitronenförmig und fliegen schlecht durch die Luft.
Chaetomium-Arten sind spezialisiert auf den Abbau von Zellulose. In der Natur findet man sie im Erdboden, auf Kompost, Dung und abgestorbenen Pflanzenteilen.
In befallenen Häusern zerstören sie zellulosehaltige Materialien wie Tapeten, Papier, Bücher, Textilien (Baumwolle, Leinen) und Holz (Verursacher von Moderfäule).
Ein Befall ist oft durch einen intensiven, modrig-muffigen „typischen Schimmelgeruch“ wahrnehmbar, der durch flüchtige organische Verbindungen (MVOCs) entsteht.
Die Gattung wird als gesundheitlich bedenklich eingestuft:
Die Inhalation der Sporen kann Allergien, Heuschnupfen oder Asthma auslösen. Viele Arten (insbesondere Chaetomium globosum) produzieren starke Schimmelpilzgifte wie Chaetomin, Chaetoglobosine oder Sterigmatocystin, die zell- und nierenschädigend wirken können. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können sie Infektionen (Phaeohyphomykosen) der Haut, Nägel oder inneren Organe (z. B. Nebenhöhlen- oder Bauchfellentzündungen) hervorrufen.
Wichtige Arten
Chaetomium globosum: Die bekannteste und am häufigsten untersuchte Art, weltweit verbreitet.
Chaetomium murorum: Häufiger Begleiter bei Wasserschäden in Wohnräumen.
Chaetomium funicola: Ebenfalls oft in Innenräumen nachzuweisen
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